Neulich kam mir die Ankündigung für ein Textseminar unter, das mit dem Werbespruch “Pimp your message!” beworben wurde. Einmal abgesehen davon, dass ich nicht empfehlen würde, ein Textseminar in deutscher Sprache mit Hilfe eines englischen Slogans verkaufen zu wollen. Aber wissen Sie etwa, was “to pimp” heißt, ohne ins Wörterbuch zu schauen? Ich schätze einmal nein, oder? Sind wir uns außerdem einig, dass es wahrscheinlich nicht einmal der Verfasser des Slogans wusste? Ich hatte jedenfalls keine Ahnung. Also habe ich nachgelesen und herausgefunden, dass es “aufmotzen” bedeutet. Der Werbespruch heißt also “Motzen Sie Ihre Botschaft auf!” Das ist aber das genaue Gegenteil von dem, was gutes Texten bedeutet. Read more

Eine der größten PR-Agenturen Österreichs wirbt mit der Textzeile: “Wir stehlen Ihnen nicht die Zeit, sondern beraten Sie mit klaren Worten und strategischem Handeln.” Klare Worte klingen allerdings meiner Meinung nach anders. Read more

Wir erinnern uns: Bevor die OMV an die Börse ging, warb sie mit dem Slogan “Österreicher mit Verantwortung” um private Anleger. Das ist zwar schon einige Jahre her – aber der Slogan ist meiner Meinung nach immer noch stark mit dem Mineralölkonzern verbunden; erstens weil er damals medial sehr präsent war und zweitens, weil die Anfangsbuchstaben der drei Wörter mit dem Firmennamen ident sind. Daher frage ich mich: Was verspricht sich  Novomatic davon, den Ex-OMV-Slogan als Headline für eine Anzeige aufzuwärmen, statt eine eigene, authentische Botschaft abzugeben? Kommentare wie immer willkommen.

Mal sehen …

November 7, 2011 | Leave a Comment

… wie erfolgreich eine Marke im deutschsprachigen Raum sein wird, die sich wie “Uniklo” ausspricht: Link zum Artikel

Bei Wirtschaftsprüfern geht man normalerweise davon aus, dass sie sich mit Zahlen auskennen – tun sie wahrscheinlich auch, nur ihre Texter scheinbar nicht: In einer Imagebroschüre einer großen Kanzlei ist zu lesen, dass in Österreichs Betrieben mit bis zu 50 Mitarbeitern “mehr als jeder Dritte Beschäftigte” Arbeit findet. Mal abgesehen davon, dass man “Dritte” in diesem Fall klein schreibt – an der Formulierung stört viel mehr, dass sie so unlogisch ist: “Mehr als jeder dritte Beschäftigte” heißt konkret was? Jeder vierte? Kann nicht sein, denn das wären dann ja im Endeffekt weniger; jeder dritte Beschäftigte sind 33%, jeder vierte nur mehr 25%. Also kann damit nur eine Zahl gemeint sein, die kleiner ist als Drei. Aber das Wort “mehr” für eine Zahl zu verwenden, die kleiner ist als die erste, ist ein sprachlicher Widerspruch in sich. Alles in allem eine ziemlich unglücklich gewählte Formulierung, die für Unklarheit sorgt, obwohl sie ganz leicht zu vermeiden gewesen wäre.

Der Input bestimmt den Output. Wir ernten das, was wir zuvor gesät haben. Was das in Bezug aufs Texten heißt? Ganz einfach: Texte, die unaufmerksam verfasst wurden, erzeugen Unaufmerksamkeit beim Zielpublikum. Wollen Sie mit Ihrer Botschaft Erfolg haben, dann wenden Sie die nötige Energie auf, um sie zu verfassen! Heute habe ich eine Anzeige eines kleinen Möbelhauses gelesen, die voller Rechtschreibfehler und stilistischer Mängel war. So wurden die Kunden mit klein geschriebenem “sie” bzw. “ihnen” angesprochen, um nur ein Beispiel zu nennen. Die Botschaft, die dabei rüberkommt, ist klar: Read more

Neulich habe ich den Newsletter einer sehr bekannten deutschen Marketing-Fachzeitschrift abonniert. Da würde man ja annehmen, dass die der deutschen Sprache mächtig sind – weit gefehlt. Denn als Bestätigung für die Newsletter-Anmeldung bekam ich per e-Mail eine Nachricht mit der Überschrift: “Willkommen zu unserem Newsletter!” Aua, das tut weh. Read more

Da gibt es einen Radiosender, der seine Hörer immer mit Du anspricht; finde ich im allgemeinen ja sehr in Ordnung. Lustig und ein wenig nach gespaltener Persönlichkeit klingend wurde es allerdings heute im Rahmen einer Verkehrsmeldung:

Es ging darum, dass auf einer bestimmten Straße der Verkehr wechselseitig angehalten wird. Getreu dem Motto “Einmal du, immer du” ließ der Sprecher verlauten: “Du wirst wechselseitig angehalten.” Hm … wie genau soll das gehen? Einmal wird ein Teil von mir angehalten und dann der andere? Das erinnert mich an den Witz, wo ein Mann zum Fotografen kommt mit den Worten: “Ich hätte gerne ein Gruppenfoto von mir.” Darauf der Fotograf: “Gerne, stellen Sie sich bitte im Halbkreis auf.”

Im Fall der Verkehrsmeldung wäre klarer gewesen: “Ihr werdet wechselseitig angehalten.”

In einem Wirtschaftsblatt-Artikel über die Qualität internationaler Websites österreichischer Unternehmen ist Folgendes zu lesen:

” [...] 53 % der Websites [...] sind unbrauchbar. Nur vier Prozent sind ‘bemerkenswert’.”

Da bin ich anderer Meinung: Bemerkenswert sind auch die genannten 53% – und das findet scheinbar auch die Autorin der Studie, denn sonst würde sie diese Gruppe ja nicht erwähnen. Etwas zu bemerken hat ja noch nichts mit dessen Qualität zu tun. Anders gesagt: Nur weil etwas wert ist, bemerkt zu werden, ist es nicht notwendigerweise gut. Natürlich war in dem Bericht etwas Anderes gemeint, nämlich: 4% der untersuchten Websites sind bemerkenswert gelungen. Na bitte, dann sagt es doch auch.


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